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Brutto-Netto-Rechnung in der Schweiz: Abzüge verstehen und berechnen

AHV, ALV, NBU, BVG: Was vom Bruttolohn in der Schweiz tatsächlich übrig bleibt, wie die Abzüge funktionieren — und warum Selbständige komplett anders rechnen.

AHV, ALV, NBU, BVG: Was vom Bruttolohn in der Schweiz tatsächlich übrig bleibt, wie die Abzüge funktionieren — und warum Selbständige komplett anders rechnen.
Redaktionell geprüft Schweiz-Fokus Stand 3. Juli 2026

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Veröffentlichung: 3. Juli 2026
Letzte redaktionelle Prüfung: 3. Juli 2026

Die kurze Antwort: Vom Schweizer Bruttolohn gehen typischerweise 12 bis 18 Prozent Sozialabzüge weg, bevor Steuern überhaupt ins Spiel kommen. Der Brutto-Netto-Rechner rechnet Ihren Fall mit anpassbaren Sätzen durch; hier folgt die Logik dahinter.

Die vier Lohnabzüge im Überblick

AbzugSatz (Arbeitnehmeranteil)Bemerkung
AHV / IV / EO5.3 %auf dem gesamten Lohn, keine Obergrenze
ALV1.1 %bis CHF 148’200 Jahreslohn
NBU~0.4–1.4 %Nichtberufsunfall; Satz je nach Betrieb
BVGaltersabhängigauf dem koordinierten Lohn, meist hälftig mit Arbeitgeber

Steuern fehlen bewusst: In der Schweiz werden Einkommenssteuern (ausser bei Quellensteuerpflicht) nicht vom Lohn abgezogen, sondern separat veranlagt — der Nettolohn auf der Abrechnung ist also nicht das frei verfügbare Einkommen.

BVG: der Abzug, der mit dem Alter wächst

Die berufliche Vorsorge wird auf dem koordinierten Lohn berechnet: Jahreslohn minus Koordinationsabzug von CHF 26’460. Darauf gelten die gesetzlichen Altersgutschriften:

AlterAltersgutschrift
25–347 %
35–4410 %
45–5415 %
55–6518 %

Als Arbeitnehmerin zahlen Sie üblicherweise die Hälfte, den Rest der Arbeitgeber. Viele Kassen versichern überobligatorisch — die effektiven Abzüge stehen auf Ihrer Lohnabrechnung und können deutlich abweichen.

Beispielrechnung: CHF 7’000 brutto, 30 Jahre alt

PositionBetrag
Bruttolohn / MonatCHF 7’000
AHV/IV/EO (5.3 %)− CHF 371
ALV (1.1 %)− CHF 77
NBU (0.4 %)− CHF 28
BVG (7 % auf koordiniertem Lohn, hälftig)− CHF 168
Nettolohn / Monat≈ CHF 6’356

Rund 9 Prozent Abzug in diesem Profil — mit 55 und höherem NBU-Satz können es gegen 15 Prozent werden.

Der Sonderfall: Selbständige rechnen anders

Wer selbständig ist oder es werden will, kann diese Tabelle nicht auf sich übertragen:

  • AHV/IV/EO: rund 10 Prozent auf dem Geschäftserfolg, direkt an die Ausgleichskasse — ohne Arbeitgeberhälfte
  • ALV: entfällt komplett — Selbständige sind nicht arbeitslosenversichert
  • BVG: keine Pflicht; Vorsorge läuft freiwillig über Säule 3a oder freiwilliges BVG
  • Unfall/Taggeld: selbst zu versichern

Ein Freelancer-Honorar von CHF 8’000 im Monat ist deshalb nicht vergleichbar mit einem Bruttolohn von CHF 8’000: Es fehlen Arbeitgeberbeiträge, bezahlte Ferien und Lohnfortzahlung. Die saubere Übersetzung vom Wunscheinkommen zum Honorar liefert der Artikel Stundensatz berechnen als Freelancer mit dem zugehörigen Rechner.

Und wer den Schritt in die Selbständigkeit macht, steht schnell vor der praktischen Frage der Rechnungsstellung — die Orientierung dafür gibt Welche Rechnungslösung passt zu Schweizer Freelancern?

Quellen und Stand

Stand dieses Artikels: Juli 2026. Beitragssätze: ahv-iv.ch (AHV/IV/EO, ALV), BSV (BVG-Grenzwerte, Koordinationsabzug CHF 26’460). Angaben ohne Gewähr; massgeblich sind Lohnabrechnung und Pensionskassenreglement.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent gehen in der Schweiz vom Bruttolohn weg? +

Typisch sind 12 bis 18 Prozent: 5.3 Prozent AHV/IV/EO, 1.1 Prozent ALV, rund 0.4 bis 1.4 Prozent NBU und der BVG-Arbeitnehmeranteil, der mit dem Alter steigt. Steuern kommen separat dazu, da sie in der Schweiz nicht direkt vom Lohn abgezogen werden (ausser bei Quellensteuer).

Was ist der Koordinationsabzug beim BVG? +

Vom Jahreslohn werden CHF 26 460 abgezogen, bevor die BVG-Beiträge berechnet werden — dieser Teil gilt durch die AHV als versichert. Versichert ist der sogenannte koordinierte Lohn. Viele Pensionskassen versichern freiwillig mehr, dann fallen die Abzüge höher aus.

Ist der 13. Monatslohn auch abzugspflichtig? +

Ja. AHV, ALV und BVG werden auf dem gesamten AHV-pflichtigen Jahreslohn erhoben, inklusive 13. Monatslohn und Boni. Ein 13. Monatslohn verändert also den Jahres-Nettobetrag, nicht die Abzugslogik.

Wie rechnen Selbständige ihr Netto? +

Selbständige haben keinen Lohnabzug: Sie zahlen rund 10 Prozent AHV/IV/EO auf dem Geschäftserfolg direkt an die Ausgleichskasse, sind nicht ALV-versichert und organisieren die Vorsorge selbst. Der Vergleich mit einem Angestelltenlohn funktioniert deshalb nur über eine Vollkostenrechnung — etwa mit einem Stundensatz-Rechner.

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